Nach Bekanntwerden der Studienergebnisse eines internationalen Forscherteams zum Zusammenhang des Pestizideinsatzes auf Zuckerrohrplantagen in Zentralamerika und dem Tod zehntausender Menschen fordert die Entwicklungsorganisation INKOTA die Bundesregierung zum Einlenken auf. Sie müsse endlich dafür sorgen, dass europäische Konzerne wie Bayer-Monsanto und Syngenta erwiesenermaßen gesundheitsschädliche Pestizide nicht länger in Ländern des globalen Südens vermarkten dürfen.
“Diese Studie hat eine sehr große Relevanz”, sagt Ana Celia Tercero, Direktorin der Kleinbauernorganisation APADEIM aus Nicaragua. “Sie liefert wissenschaftlich fundierte Nachweise dafür, dass der Einsatz von Agrochemikalien auf den Zuckerrohrplantagen für den Tod tausender Arbeiterinnen und Arbeiter verantwortlich ist.” In anderen Ländern seien die dort eingesetzten Pestizide längst verboten. “Die Forschungsergebnisse stärken die Betroffenen bei ihren Forderungen nach Schadensersatz. Sie bieten eine Grundlage, um die Unternehmen dazu zu zwingen, Verantwortung zu übernehmen.”

“Jeden Tag sterben hier junge Menschen, die auf den Zuckerrohrplantagen arbeiten”, sagt Ana Celia Tercero. Statt wie früher die Erntereste des Zuckerrohrs abzubrennen, benutzten die Firmen heute in großen Mengen Glyphosat. “Das Produkt ist stark toxisch und hinterlässt grausame Spuren. In unserem Landkreis hat sich die Situation in den letzten Jahren noch verschlimmert. Die Frauen werden durch das Sterben der Männer alleine gelassen und müssen ihre Familien alleine ernähren, was eine äußerst schwierige Aufgabe ist. Aber die Unternehmen ändern nichts an der Produktionsweise, obwohl klar ist, dass sie damit das Leben zahlreicher Familien zerstören.”
INKOTA-Landwirtschaftsexpertin Lena Michelsen fordert deshalb die Politik zum Handeln auf: “Die Bundesregierung muss endlich dafür sorgen, dass europäische Konzerne wie Bayer oder Syngenta in Zukunft keine giftigen Pestizide mehr in Ländern des globalen Südens vermarkten dürfen. Auch die deutsche Landwirtschaftsministerin sollte bei der Glyphosat-Neubewertung in der Europäischen Union auf ein Verbot drängen, anstatt weiter auf ihren Kuschelkurs mit der Agrarindustrie zu setzen.”
Sie bekommen alle neuesten Artikel per E-Mail zugesendet.
























